Hilfsnavigation

Erfahrungsberichte von Eltern

„Mein Stiefvater hat mich zur Abschreckung im Alter von 11J. mit Korn förmlich abgefüllt. Das hat mir für die nächsten 3-4 Jahre dann erstmal gereicht.
Aber mit meinem eigenen Sohn hätte ich das nie im Leben so gemacht.
Alleine dadurch, dass ich ihm die Story erzählen konnte, hatten wir zum Thema Alkohol von Anfang an eine entspannte Gesprächsebene. Und genau das ist das Wichtigste denke ich: im Gespräch bleiben und interessiert sein am Leben seines Kindes !“
Peter M., 53 Jahre

„Ich habe meine Tochter grundsätzlich von Parties abgeholt, das hat nicht nur mir sondern auch ihr Sicherheit gegeben. So hab ich die Partygeschichten und ihren Alkoholpegel (den ich in all den Jahren eigentlich nur 2x wirklich Besorgnis erregend fand) immer aus erster Hand mitbekommen, aber sie nie verurteilt oder geschimpft.
Das schafft Vertrauen und hat bei meiner Tochter von ganz alleine ein gewisses Verantwortungsgefühl entstehen lassen. Nicht nur mir gegenüber, sondern vor allem sich selbst. Auch wenn sie es damals oft peinlich und nervig fand das ich sie abgeholt habe, schon mit 20J. hat sie sich dafür bedankt und gesagt „...war eigentlich immer ganz bequem.“ Ich fasse das mal als Kompliment auf.“
Uta S., 56 Jahre

„Irgendwann ist mir aufgefallen, dass mein Sohn auch unter der Woche häufiger zum Kühlschrank ging, um sich ein kühles Bier zu gönnen. Am Anfang habe ich mir nichts dabei gedacht, aber als dann aus einem Bier auch mal drei oder vier wurden, hab ich mir schon Sorgen gemacht. Ich hab versucht mit ihm darüber zu reden. Zwecklos. Die einzige Antwort die ich bekommen habe war „Was willst du !? Papa trinkt doch jeden Abend sein Feierabend-Bier“. Erst da ist mir wirklich bewusst geworden, wie ernst wir als Eltern unsere Vorbildfunktion nehmen sollten.
Heute ist mein Sohn 23 Jahre alt. Er wohnt in einer WG und sagt selbst über diese Zeit „..das war bloß eine Phase.“ Es bleibt mir nichts anderes übrig als ihm das zu glauben.“
Susanne K., 50 Jahre

„Mein Sohn hat mit 13 Jahren mit dem Kiffen angefangen. Erst als er 15 war hab ich bemerkt das er ein gewaltiges Problem hat. In einer Therapie hat er noch mal die Kurve bekommen, sein Hang und seine Anfälligkeit für Drogen jeglicher Art ist aber geblieben.
Heute trinkt er eindeutig zu viel. Ich mache mir Vorwürfe und war selbst schon in psychologischer Behandlung. Natürlich könnte ich sagen, es ist nicht meine Schuld er ist eben ein typisches ADS-Kind, aber so einfach mache ich es mir nicht. Ich hab einfach zu spät die Augen aufgemacht, zu spät gehandelt und jetzt ist es bereits zu spät. Jetzt kann ich nur noch einen Weg damit finden, mit der Tatsache umzugehen, dass mein Sohn sein Leben ruiniert.“
Britta L., 51 Jahre

„ Meine Tochter war im Schwimmverein seit ihrem 6. Lebensjahr. Mit 14 Jahren standen alle Zeichen auf Richtung „ Leistungsschwimmen“, da war Alkohol einfach gar kein Thema. Mit 18 Jahren hat sie das Schwimmen dann hingeschmissen. Ich hatte große Angst das sie jetzt abstürzen würde, schließlich war Schwimmen vorher ihr Lebensinhalt. Doch meine Tochter hat sich erstaunlich schnell wieder gefangen, denn durch die vielen Jahre im Verein hatte bereits gelernt vernünftig mit Alkohol umzugehen und war selbstbewusst genug um das auch bei zu behalten.
Ein gutes, ausfüllendes Hobby oder ein Rückhalt gebender Verein können also durchaus von Vorteil sein.“
Gabriele V., 51 Jahre

weiter