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Tipps vom Experten: Ergotherapeutin Barbara von Haßler

„ Am schwierigsten im Umgang mit Menschen die ein Problem mit Alkohol haben, ist es nicht die Stimmung des Gegenüber auf sich selbst zu übertragen. Natürlich darf und muss man sich in die Situation der Person reinfühlen, empathisch bleiben, aber trotzdem fähig sein Distanz zu halten. Das kann man z.B. durch eine gewisse Tonlage in der Sprache. Wichtig ist dabei, sich nicht der Tonlage der Person anzupassen (die z.B. weinerlich spricht oder aggressiv) sondern gleichbleibend ruhig, klar und deutlich zu sprechen“

„ Manchen ist mit einem Arschtritt geholfen, manche wollen einfach nur Aufmerksamkeit oder wollen geliebt werden.“

„In jedem Problemfall muss man ein Individuum sehen. Das fatalste wäre es, einen Menschen auf Grund seines Alkoholproblems, in eine Schublade zu stecken und zu kategorisieren. Denn für jedes Alkoholproblem gibt es einen persönlichen Grund.“

„Gut ist immer zu sagen: „Ich gebe dir eine Hand, aber handeln musst du selber !“ denn im Endeffekt kann jeder nur sich selber helfen und muss sein Problem erstmal erkennen, annehmen und bereit sein etwas zu ändern.“

„Gerade Jugendliche mit einem Alkoholproblem leben oft völlig strukturlos. Deshalb ist es wichtig einen strukturierten Alltag zu schaffen und für Erfolgserlebnisse zu sorgen.
Einfach so viele Alternativen OHNE Alkohol aufzeigen wie nur möglich.“

„Die Frustrationstoleranz bei Jugendlichen ist im Allgemeinen schon sehr niedrig. Oft versuchen sie daher sich in den Alkohol zu flüchten, was die Empfindlichkeit natürlich nur noch verschlimmert. Daher gilt: Rückzugsorte zugestehen und trotzdem für gemeinsame Rituale (z.B. Abendessen, Spieleabend) sorgen.“

„Bei jedem muss erstmal der Knoten platzen und die Bereitschaft vorhanden sein Eigenverantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Meistens ist dazu leider ein Aha-Erlebnis nötig um diesen Prozess in Gang zu setzen."

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