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Was ist dran an den Alkoholmythen?

  
 Wir habe Alkoholmythen geprüft. 

Mythos: Männer vertragen mehr als Frauen

Das stimmt im Allgemeinen. Der Hauptgrund, warum Männer "mehr vertragen" ist: Sie sind meistens schwerer als Frauen und haben auch mehr Muskelmasse. Muskeln können mehr Wasser speichern als Fettgewebe. Da der Alkohol über die gesamte Körperflüssigkeit verteilt wird, wird Alkohol im männlichen Körper besser verdünnt als im weiblichen. Folge: Bei Frauen ist der Blutalkoholgehalt nach derselben Alkoholmenge um ca. ein Fünftel höher als bei Männern.

Mythos: Wer viel und fett isst, verträgt mehr

Es stimmt, dass die Aufnahme des Alkohols durch den Körper bei einem vollen Magen verzögert wird. Trinkt man hingegen auf leeren Magen Alkohol, sind die Wirkungen schneller spürbar. Trotzdem wird der Alkohol somit nicht verträglicher und auch die Promillezahl kann hierdurch nicht beeinflusst werden. Außerdem ist zu beachten, dass Getränke mit über 20% Alkoholgehalt länger im Magen bleiben, als niedrigprozentige Getränke. So kann es beispielsweise beim Trinken von Schnäpsen zu einer verzögerten Wirkung kommen. So werden die schlussendlichen Folgen der Shoots oft unterschätzt.

Mythos: Alkohol macht locker

Alkohol wirkt in etwa wie ein Betäubungsmittel, es blockiert die Nervenleitungen. Erst setzt eine leichte Betäubung ein, die als Entspannung erlebt werden kann. Später lassen die Sehfähigkeit und Bewegungskoordination nach, auch hört und riecht man schlechter. Je mehr man trinkt, desto stärker werden alle Reaktionen verlangsamt. Es stimmt also, dass Alkohol enthemmt. Man fühlt sich attraktiv, traut sich mehr zu und… tut Dinge, die man in nüchternem Zustand nie getan hätte. Hierzu gehören in den meisten Fällen emotionale Ausbrüche, wie beispielsweise Aggressionen, die in einer Schlägerei enden oder ein Zuneigungsbedürfnis, das zu unverhütetem Geschlechtsverkehr führen kann. So kann es am nächsten Morgen zu bösen Überraschungen kommen!

Mythos: Durcheinander trinken macht schneller beschwipst

Generell gilt: Es ist egal was du trinkst, ausschlaggebend ist wie viel du trinkst! Dennoch gibt es Faktoren, die die Durchblutung anregen und so die Alkoholaufnahme steigern und den Rausch verstärken. Hierzu gehören die Wärme des Getränks, wie bei Glühwein oder Irish Coffee, der Zuckergehalt, bei Likören und Alcopops, und der Kohlensäuregehalt, bei zum Beispiel Whiskey-Cola oder Sekt.

Mythos: Alkohol kann durch Bewegung ausgeschwitzt werden

Dieser Mythos ist definitiv eine Lüge. Alkohol wird zu 95% über die Leber abgebaut und nur zu 5% über die Haut verdampft. Hierbei lässt sich die Abbaugeschwindigkeit der Leber nicht beeinflussen. Sie baut unter allen Umständen höchstens 0,1 Promille in der Stunde ab.

Mythos: Alkohol hält warm

Alkohol hält nicht warm. Er lässt uns lediglich so fühlen, als würde uns wärmer. In Wirklichkeit weitet der Alkohol die Blutgefäße und lässt so mehr Blut an die Hautoberfläche, wodurch dem Körper Wärme verloren geht. Die Körpertemperatur sinkt also durch den Alkoholkonsum.

Mythos: Alkohol macht dick

Tatsächlich enthält Alkohol nach Fett die meisten Kalorien. Jedes Gramm Alkohol liefert 7 kcal. Zudem hemmt Alkohol den Fettstoffwechsel des Körpers. Alkohol in großen Mengen ist ein Gift für den Körper und wird darum mit Priorität vor Fetten und Kohlenhydraten abgebaut. Es wird also weniger Fett im Körper verbraucht und mehr Fett im Fettgewebe eingelagert.Zudem stimuliert Alkohol die Magenschleimhaut und weckt so ein Heißhungergefühl, das oftmals an der nächstbesten Dönerbude gestillt wird.

Mythos: Man wird schneller nüchtern, wenn man sich übergibt

Leider nicht. Der Alkohol ist längst im Blut und weder sich übergeben, noch Wasser trinken oder schlafen kann dich jetzt schneller wieder nüchtern machen. Dennoch fühlst du dich nach dem Übergeben meist besser.

Mythos: Täglich ein Glas Rotwein ist gesund

Studien beweisen tatsächlich: rund 150ml Rotwein am Tag schützen das Herz und verringern das Herzinfarkt-Risiko. Dennoch bleibt Alkohol ein Körpergift und schadet dem Körper mehr, als dass er ihm nutzt. Während das Herzinfarkt-Risiko sinkt, steigt beispielsweise das Krebsrisiko, besonders für Leber, Speiseröhre, Kehlkopf und Mundhöhle. Und natürlich steigert der tägliche Alkoholkonsum auch die Gewohnheit und somit die Suchtgefahr.

Mythos: Alkohol macht dumm

Leider ja! Bereits sechs Minuten nach dem Trinken kommt der Alkohol im Gehirn an und bewirkt Veränderungen im Hirnstoffwechsel. Bei einem Vollrausch sterben so Tausende bis Millionen von Gehirnzellen ab. Wird wenig Alkohol getrunken, kann das Gehirn sich bis zum nächsten Tag von den Schäden erholen. Mit zunehmendem Konsum nimmt diese Fähigkeit jedoch ab und es kommt zu dauerhaften Schäden im Gehirn, wie sie beispielsweise bei alkoholabhängigen Menschen auftreten.