Hilfsnavigation

Neues von "ich kann auch anders!"




 

OM 17.07.2015 

Möllner HipHop-Theater mit Schiller, Räubern und viel Rhythmus

Zwischen zwei Welten

theater - hiphop - rap - breakdance

Schiller und Jugend ... geht das? Es geht, wie die Aufführungen der Theatergruppe des Möllner Bildungsbündnis eindrucksvoll gezeigt hat. Mit HipHop, Rap und Rhythmus wurden die Figuren aus "Die Räuber" jung und lebendig, die Geschichte von Amalia, Franz und Karl, von Verrat, Intrige und Freiheit ganz einfach und modern.

Räuber 2015 - 1
Foto: Jens Butz 
 Mit großer Begeisterung verfolgten in den vergangenen drei Tagen Schüler*innen und Erwachsene die Vorstellungen des Möllner HipHop-Theaters im großen Saal des Augustinums. Vor voll besetzten Rängen konnten die jungen Schauspieler*innen und Tänzer*innen sowie die Theatergruppe des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow endlich zeigen, wofür sie seit Februar dieses Jahres so intensiv gearbeitet und geprobt haben, in zahllosen Theater-, HipHop- und Rapworkshops. Eine sehr professionelle Arbeit der Regisseure und Theaterpädagogen Nadeshda Gerdt und Jörn Waßmund, der G-Breakers und der HipHop-Academy Hamburg , die sich auf der Bühne widerspiegelte. Ausdrucksstark und mit großer Präsenz füllten die Laienspieler, viele erstmalig auf Theaterbrettern, die Bühne und ließen sich auch durch den kurzfristigen Ausfalls eines Hauptdarstellers nicht aus der Ruhe bringen und verdienten sich damit ein großes Lob der Theaterpädagogen:

 „Ich bewundere die Teilnehmer*innen dafür, wie schnell die sich auf die neue Situation eingestellt haben und sich nicht verunsichern ließen, obwohl sie sehr betroffen waren u sich große Sorgen um den Darsteller-Kollegen gemacht haben.“, beschrieb Nadeshda Gerdt die Situation vor der Premiere. „Aber alle Darsteller sind grandios über sich hinausgewachsen und zeigten eindrucksvoll, was sie im Schauspieltraining gelernt haben. Es ist eine große Freude, all die glücklichen Gesichter erlebt zu haben, als der letzte Vorhang fiel“, ergänzte Jörn Waßmund.

Räuber 2015 2
Foto: Jens Butz 
 Auch Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. und Almuth Grätsch vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, die zusammen mit der Gemeinschaftsschule Mölln und dem Möllner Moscheeverein das Jugendtheaterprojekt als "Möllner Bildungsbündnis" mit Unterstützung des Programms "Jugend ins Zentrum!" der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. aus dem Bundesprogramm KULTUR MACHT STARK" organisiert hatten, zeigten sich begeistert vom Bühnenergebnis. "Jugendtheaterprojekte haben wirklich eine eigene Dynamik. Es passiert so viel mit den jungen Menschen, die sich neue Fähigkeiten erarbeiten, selbstbewusster werden und sich auch ein klassisches Stück mit ihren Ausdrucksformen wie selbstverständlich aneignen. Hier wird Kultur zu einer Lebenserfahrung", sagte Mark Sauer.

 "Ja - die Ausdruckskraft der einzelnen Schauspieler ist beachtlich", bestätigte Almuth Grätsch vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow. "Die Konzentration und die Spielfreude ist auf das Publikum übergesprungen und die vielleicht am Rande auftauchende Frage, wer ist Schüler und wer ist vom Lebenshilfewerk wurde nebensächlich. Der persönliche Ausdruck, die verschieden Rollen und die Geschichte auf der Bühne standen im Vordergrund . Das was hier in der Theaterarbeit möglich war, sich trotz unterschiedlicher Herkünfte und Voraussetzungen als Team zu finden, - wenn das auch mehr und mehr unsere Gesellschaft prägt, dann sind wir auf einem guten Weg zur wirklich inklusiven Gesellschaft."

Räuber 2015 3
Foto: Jens Butz 
 Aus Sicht des Ensemble bleibt nur ein Wehmutstropfen, dass die Zeit der Aufführungen und des Rampenlichtes viel zu schnell vorbei geht, in dem man vielen Menschen zeigen kann: "Das bin ich und das kann ich!"